Bits & Bäume Community Summit 2026
Eröffnung
Seit 2023 organisiert sich in Nordrhein-Westfalen eine regionale Bits und Bäume Bewegung, die sich in jährlich stattfindenden Veranstaltungen trifft. In diesem Jahr haben wir auf einer solchen Veranstaltung "Forderungen für eine nachhaltige Digitalisierung an die NRW-Landespolitik. Für eine selbstbestimmte und gemeinwohlorientierte Digitalisierung in NRW in den planetaren Grenzen“ auch mit der Landespolitik diskutiert, die wir zuvor an diese und viele weitere politische, wissenschaftliche und Bildungsakteur*innen verschickt haben. Wir möchten mit Euch unseren Forderungskatalog diskutieren, Erfahrungen der (über)regionalen Vernetzung und Zusammenarbeit austauschen und Ideen für zukünftige (überregionale) Projekte entwickeln.
Unter dem Motto „Gemeinsam-Gegen-Gas“ wollen wir übertriebene neu geplante fossile Gasinfrastruktur verhindern! Den Weg dafür bereitet eine interaktive Karte, die erstmals den massiven und intransparenten Ausbau fossiler Gasinfrastruktur in Deutschland in vollem Umfang sichtbar macht – von neuen Gaskraftwerken über LNG-Terminals bis hin zu Pipelines und Gasbohrungen. Die absurde fossile Rückwärtsrolle von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche gefährdet nicht nur die Klimaziele, sie macht uns auch abhängig von autokratischen Regimen und droht die Energiekosten für viele Menschen in die Höhe zu treiben. Fossile Konzerne wie RWE, EPH, Uniper, EnBW und Siemens Energy freuen sich schon über geplante staatliche Subventionen für neue Gasinfrastruktur, die auch zur Stromversorgung von Rechenzentren dienen soll. Dabei ist ganz klar: wir brauchen JETZT einen sofortigen Stopp neuer Gasprojekte und einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien! Im Workshop wollen wir gemeinsam auf die Karte blicken, welche fossilen Infrastrukturvorhaben fossile Konzerne und die Bundesregierung derzeit vorantreibt. Darauf aufbauend wollen wir gemeinsam planen, wie wir dagegen und gegen den blinden Rechenzentrumsausbau Widerstand leisten können.
This workshop uses AI integration into nuclear command and control as a lens to make visible a political quagmire already happening everywhere: speed outpacing governance, critical infrastructure privatised, and geopolitical competition eroding political will. From that diagnosis, the participatory workshop invites us to imagine where democratic organising can intervene, and what it means that reviving 1970s nuclear mitigation efforts is now the optimistic scenario.
Wie können zivilgesellschaftliche Organisationen mit begrenzten Ressourcen (digitalpolitische) Themen politisch beeinflussen?
Im Rahmen eines europäischen Projekts zu Wissenszugang, Open Access und nachhaltiger digitaler Infrastruktur entwickelt die Gesellschaft für Freiheitsrechte gemeinsam mit dem Netzwerk Knowledge Rights 21 ein praktisches Policy Playbook für NGOs. Es bündelt Erfahrungen aus Lobbyarbeit, strategischer Kommunikation und Bündnisarbeit rund um Themen wie eLending, Open Access, Plattformregulierung, KI und Zugang zu Wissen.
Im Vortrag zeige ich, welche politischen Werkzeuge wann wirksam sein und wie kleinere Organisationen begrenzte Ressourcen strategisch einsetzen können.
The Lavender system of the Israeli military shows how the notion of "AI-enabled targeted killing" is completely misleading and conceals the actual goal of such systems: producing civillian harm. This phenomenon is in line with other blurry AI narratives derailing actually useful societal discourses.
Solawis, Wohnprojekte, Genossenschaften: Gemeinschaftlich getragene Unternehmungen sind eine mächtige Antwort auf kapitalistische Eigentumsverhältnisse. Doch viele scheitern nicht an der Idee – sondern am Aufbau der Verwaltungsstruktur. Mitgliederverwaltung, Einzahlungen, Verträge: Wer das von Null aufbaut, verliert wertvolle Energie, die für Inhalte und Community fehlt.
Mit CrowdPower.Digital haben wir eine Verwaltungslösung entwickelt, die genau diese Lücke schließt – für Mitglieder, Einzahlungen und Verträge in gemeinschafts-getragenen Projekten. Bewusst ohne Digitalzwang: Mitgliedschaften können digital gezeichnet werden oder ganz klassisch per Papiervertrag.
Dieser Kurzvortrag ist ein Update zum B&B-2022-Talk „Kuchen? Ich will die Bäckerei!" – eine der zentralen Ideen von damals haben wir jetzt umgesetzt. Wir sind gespannt auf eure Resonanz!
Mit den Apps von mundraub.org kann man fruchttragende Bäume und Sträucher sowie Kräuter kartieren und essbare Landschaften wachsen lassen. Auch Kommunen und Gemeinden nutzen diesen Service, um ihre öffentlichen Obstbestände für Bürgerinnen und Bürger sichtbar und zugänglich zu machen. Kann mundraub jedoch auch dazu beitragen, dass unsere öffentlichen Obstbaumbestände wieder zahlreicher und gesünder werden?
In this talk we will explore the labor movement sweeping the tech sector, focusing on Tech Workers Coalition, an international political home for tech workers organizing inside and outside the workplace.
An Lösungen mangelt es nicht. Was fehlt, ist die Umsetzung. Das gilt genauso für die Klimakrise wie die digitale Welt. Nehmen wir Rechenzentren; wir wissen nicht nur um ihren enormen Ressourcenverbrauch, sondern auch, wie eine nachhaltigere Version aussehen könnte. Oder Green IT; für die meisten sind Zirkularität, Recycling und Open Source keine Fremdwörter mehr, aber einen Laptop mit vertrauenswürdigem „Fairtrade“- und „Bio-Label“ finden? Immer noch nahezu unmöglich.
In dieser Session will das Team von RESET.org gemeinsam mit euch Wege diskutieren, wie wir die digital-grüne Transformation beschleunigen. Wie erhöhen wir die Reichweite und Bekanntheit von Alternativen? Wo sind unsere individuellen Handlungsmöglichkeiten und wie adressieren wir die Politik? Wie können wir eine nachhaltig-digitale Welt by design and default vorantreiben?
Berlinleiht.de will eine Commons-basierte Plattform sein.
Als Verein sammeln wir Daten von Leih-Orten, öffentlichen Bibliotheken, der Lastenrad-Leihe fLotte etc. und stellen sie für alle online.
Leihen schont Klima, Geldbeutel und spart Platz. Sharing is caring.
https://berlinleiht.de/
Vortragender Philip Steimel
Warum Saatgut kaufen, wenn man es in der Bibliothek einfach „ausleihen“ kann? Überall in Berlin entstehen aktuell neue Saatgutbibliotheken innerhalb des VÖBB (Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlins). Doch hinter dem einfachen Prinzip von Samen ausleihen, Pflanzen anbauen und Saatgut zurückbringen steckt mehr als nur ein Hobby für Gartenfans.
In diesem 15-minütigen Talk werfen wir einen kurzen Blick hinter die Kulissen einer Saatgutbibliothek und was aktuell im VÖBB passiert. Anhand der Bezirkszentralbibliothek Spandau soll praxisnah gezeigt werden, wie eine Saatgutbibliothek aufgebaut wird, was sie leisten können und wo die Grenzen liegen und wieso wir alte Sorten und Open-Source-Saatgut nutzen.
mit Johanna Tiffe und Laufe eV
Thomas Fricke
Austausch: Bits & Bäume Regionalgruppen gründen & Konferenzen organisieren
mit Silke K.
What is fair? - Universal needs, wants & preferences in Germany
mit Anastasia Glawatzki
IT für SoLaWi / Permakultur
mit Malin
stgb.ro : Small Data
What if local communities owned their own data centers? And where do we see tangible examples of such projects in the Bits & Bäume Community?
Von Baumpflege-Plattformen bis Stadtgewässer-Monitoring: In Leipzig, Stuttgart, Zürich und anderen Städten gestalten Initiativen die Stadt mit Hilfe von digitalen Tools. Diese Infrastrukturen machen urbane Probleme durch veränderte Zugriffs- und Eigentumsverhältnisse neu verhandelbar - und liefern damit wichtige Argumente gegen eine Digitalpolitik, welche die Bedarfe der aktiven Zivilgesellschaft ignoriert.
Ziel des Workshops ist es, regionale Netzwerke zum Thema nachhaltige Digitalisierung strategisch auszubauen, um die Perspektive nachhaltiger Entwicklung mit Nachdruck in gesellschaftliche und politische Debatten und Strategien zur Digitalisierung einzubringen. Wichtig ist, verschiedene Akteursgruppen und Handlungsfelder systematisch zu verknüpfen, um Synergien zu schaffen und „blinde Flecken“ besser zu erkennen. Im Workshop fokussieren wir uns auf Brandenburg und Berlin. Ausgangspunkt sind die Netzwerke der AG »Nachhaltige Digitalisierung« der Nachhaltigkeitsplattform Brandenburg und Bits & Bäume.
Dort werden u.a. folgende Themen diskutiert: Wie können insbesondere kleine, ressourcenarme Brandenburger Kommunen Digitalisierung umsetzen und dabei Nachhaltigkeitsziele (Lebensqualität, Daseinsvorsorge) verfolgen? Wie kann Digitalisierung ökologisch (Ressourcenverbrauch), sozial (Chancengerechtigkeit, Partizipation, Demokratie, Datenschutz) und ökonomisch (fairer Marktzugang, Machtungleichgewichte vermeiden) gestaltet werden? Wo und wie können Kommunen, KMU und Zivilgesellschaft Digitalisierung selbst mitgestalten?
Vor diesem Hintergrund möchten wir im Workshop folgende Fragen diskutieren:
• Ist eine regionale Vernetzung zielführend, um das Megathema nachhaltige Digitalisierung anzugehen?
• Wie können wir uns als zivilgesellschaftliches ehrenamtliches Netzwerk Gehör bei der Landes- und Kommunalpolitik verschaffen, damit Digitalisierung auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtet wird? Wie können wir zivilgesellschaftliche Initiativen und KMU dabei unterstützen?
• Welche Netzwerke gibt es in der Region Brandenburg und Berlin? Auf welche konkreten Ziele und Themen sollte sich die Zusammenarbeit beziehen?
• Wie können wir eine Zusammenarbeit organisieren, finanzieren und umsetzen?
Social Media ist Tot, dahin gerafft vom Überwachungskapitalismus und der algorithmischen Gewinnmaximierung. Nutzer:innen vagabundieren Ziellos durch die Ruinen einstiger Kathedralen von Debatten, Diskursen und regem Ideenaustausch, getrieben von LLM Agenten die Content produzieren.
Zwischen den Ruinen wachsen zarte Pflänzchen, gehegt von Gemeinschaften für Teilnehmer:innen ihrer Sozialen Kreise. Verbunden durch ein starkes Wurzelwerk das den Austausche von Informationen ermöglicht. Begleitet wird der Totentanz von Spielmannszügen, Barden und Narren, die unverzagt versuchen das Soziale Versprechen der Kathedralen von einst zu erhalten.
Stellt sich die Frage, wie klar ist die Stimme von B&B in diesem Versuch? Wie aktiv ist B&B eigentlich im Fediverse? Die Bits sind da aber die Bäume wiegen sich immer noch störrisch im Sturm der durch die Ruinen zieht? Dieser Vortrag soll zum Einen eine Bestandsaufnahme bieten und zum Anderen Ideen aufzeigen wie man einfach "+1" umsetzen könnte.
Die Kampagne „endof10“, der Diday und das Fediverse verfolgen auf den ersten Blick unterschiedliche Ansätze, sind aber im Kern eng miteinander verbunden: Sie stehen alle für digitale Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und eine offenere, nachhaltigere Technologiekultur.
Daniel Gutierrez on Tech Worker Organizing
In ganz Deutschland werden neue Rechenzentren geplant, diese Projekte können massive Einschnitte in die kommunale Wasser- und Energieversorgung und lokale Ökosysteme bedeuten.
Das Projekt "Grüne Bits" vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung soll die klima- und umweltpolitische Debatte insbesondere im Bereich der Daten- und Cloud-Zentren mit Seitenblick auf Künstliche Intelligenz stärken. Es soll die versteckten Kosten von Digitalisierung und KI sichtbar machen und so zur öffentlichen Debatte stellen. Die zentrale Überzeugung des Projekt-Teams ist, dass die digitale Zukunft von uns allen gemeinsam gestaltet werden kann. Wir vernetzen Lokalpolitik mit der örtlichen Zivilgesellschaft und bieten Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit an.
Wir wollen das Projekt vorstellen, um Input und Ideen aus der Bits & Bäume Community für den Projektstart zu bekommen. Wir freuen uns auf die Debatte!
Die internationale Gemeinschaft steht vor der Chance, in diesem Jahr Verhandlungen über einen rechtlich verbindlichen Vertrag zu autonomen Waffensystemen zu beginnen. Wo steht dieser Prozess aktuell? Welche Positionen blockieren Fortschritte, und warum werden ökologische Kriterien in der Debatte systematisch ausgeblendet?
Während über autonome Waffensysteme noch diskutiert wird, ist die breitere militärische KI-Anwendung bereits Realität: Sie wird heute schon in Gaza und Iran eingesetzt, um Ziele zu identifizieren und Angriffe zu steuern. Dieser Vortrag differenziert zwischen den beiden Technologien und beleuchtet konkrete Handlungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft: Wie können wir politischen Druck aufbauen, Transparenz erzwingen und eine nachhaltige Digitalisierung statt einer fortschreitenden Militarisierung einfordern?
Teile der Berliner Gruppe geben einen kurzen Überblick über die internationale Gemeinschaft, Projekte und Plattformen, die sich unter dem Begriff „Permacomputing“ in den letzten Jahren gefunden und definiert haben und laden zur Teilhabe ein.
Der Begriff wendet die Ideen der Permakultur-Bewegung, also nachhaltiger, kreislauforientierter Landwirtschaft, auf die Verwendung von Computern an. Das bezieht Reparaturen genauso ein wie Kunstprojekte, Retrocomputing, Barrierefreiheit oder die Low-Tech-Bewegung. Die Praxis lebt vom gemeinschaftlichen Austausch und ermuntert, die Gründung von lokalen Gruppen als Gärungsprozeß zu denken.
Die Gruppe veranstaltet regelmäßige Treffen und beteiligt sich an einem zweitägigen, virtuellen Austausch der verschiedenen Hubs im Juli.
While EU member states provide ample legal frameworks for public benefit organizations [1], there is currently no established legal pathway for these organizations to assume stewardship of digital commons.
We argue that the UN concept of digital public goods [2] and the legal concept of stewardship in the Cyber Resilience Act (CRA) [3] should enable reliable maintenance of digital infrastructures through public benefit organizations.
This talk will explore what constitutes digital commons— such as code, datasets, open content, AI models, ans services (e.g., Let’s Encrypt, Mastodon) — and how public benefit stewardship of these commons could be structured to ensure trust and reliability for them to serve as digital infrastructure.
[1] https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/STUD/2023/753422/IPOL_STU(2023)753422_EN.pdf
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Digital_public_goods
[3] https://www.youtube.com/watch?v=JAHGb-X38L4&t=98
Abschlusspanel mit
Marina Köhn (Umweltbundesamt), Informatikerin und Expertin für GreenIT und Ressourcenverbrauch von IKT
Melanie Jaeger-Erben (Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg), Professorin für Technik- und Umweltsoziologie
Rainer Rehak (Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e. V), Wissenschaftler und Gründungsmitglied Bits & Bäume
Moderation: Friederike Hildebrandt (Bits & Bäume)