06.06, 11:40–11:55 (Europe/Zurich), Aquädukt
Wie können zivilgesellschaftliche Organisationen mit begrenzten Ressourcen (digitalpolitische) Themen politisch beeinflussen?
Im Rahmen eines europäischen Projekts zu Wissenszugang, Open Access und nachhaltiger digitaler Infrastruktur entwickelt die Gesellschaft für Freiheitsrechte gemeinsam mit dem Netzwerk Knowledge Rights 21 ein praktisches Policy Playbook für NGOs. Es bündelt Erfahrungen aus Lobbyarbeit, strategischer Kommunikation und Bündnisarbeit rund um Themen wie eLending, Open Access, Plattformregulierung, KI und Zugang zu Wissen.
Im Vortrag zeige ich, welche politischen Werkzeuge wann wirksam sein und wie kleinere Organisationen begrenzte Ressourcen strategisch einsetzen können.
Viele Initiativen im Bereich nachhaltige Digitalisierung haben gute Ideen, aber oft fehlen Zeit, Personal oder Erfahrungswerte, um politische Prozesse wirksam zu beeinflussen. Gleichzeitig werden Debatten über Digitalisierung häufig von wirtschaftlichen Interessen dominiert.
Unser Projekt entwickelt deshalb ein praktisches Playbook, das uns dabei hilft, Themen strategisch in politische Prozesse einzubringen. Dazu gehören unter anderem:
Einblicke in die Strukturen politischer Arbeit
Gespräche mit Abgeordneten und Ministerien vorbereiten
Koalitionen und Bündnisse aufbauen
politische Zeitfenster erkennen
mit wenig Budget wirksame Formate entwickeln
Das Playbook entsteht im Kontext eines europäischen Projekts zu Wissensrechten, Open Access, Bibliotheken und fairen digitalen Infrastrukturen. Es soll aber bewusst auch für Klima-, Open-Source-, Demokratie- und Gerechtigkeitsinitiativen nutzbar sein.
Der Vortrag richtet sich an Menschen, die sich fragen: Wie kommen wir von guten Ideen zu politischer Wirkung?
Grundlage des Vortrags ist unser laufendes Projekt mit I Knowledge Rights 21 zum Thema Wissenszugang als digitale Infrastruktur
Kai Dittmann leitet die Advocacy- und Policyarbeit bei der GFF. Er vernetzt die juristische Expertise der GFF mit politischen Entscheidungsträgern und koordiniert das Bündnis F5 für gemweinwohlorientierte Digitalpolitik. Zuvor arbeitete er als Senior Program Manager im Asien-Koordinationsbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Singapur, zwischenzeitlich als Senior PR-Consultant bei Scholz & Friends sowie mehrere Jahre in unterschiedlichen Funktionen im Bundestag. Er hält Masterabschlüsse in Systemsingenieurswesen von der Ecole Central Paris, in Wirtschaftsingenieurwesen von der Technischen Universität Berlin und in Public Administration von der Harvard University.